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Symposium von Patienten für Patienten und Ärzte ist Erfolg!

Zur zehnten Auflage erwartet Jens Lingemann über 2800 Besucher in Hattingen. Vielen Ausstellern muss der Organisator aus Platzmangel absagen.

 

Über 2800 Besucher erwartet Jens Lingemann zum 10. Symposium Lunge am Samstag, 2. September, 9 bis 17 Uhr auf dem Gelände des Industriemuseums Henrichshütte, Werksstraße 31-33. Das richtet sich an Atemwegs- und Lungenerkrankte und deren Angehörige ebenso wie an Ärzte und Fachpersonal. Mit Initiator und Organisator Jens Lingemann sprach WAZ-Redakteurin Liliane Zuuring.

Haben Sie vor zehn Jahren mit so einem Erfolg des Symposiums gerechnet?

Lingemann: Nein, überhaupt nicht. Beim ersten Mal kamen 1300 Besucher, dann sind es jährlich mehr geworden. Im letzten Jahr waren es gut 2800. Es kommen Menschen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, aber auch aus den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Frankreich. Im vergangenen Jahr waren sogar vier Japaner hier, die sich mal ansehen wollten, was Patienten für Patienten machen können. In dieser Form ist es das größte Angebot in Europa. Ärztekongresse gibt es viele, aber so etwas für Patienten nicht.

Viele Ausstelleranfragen abgelehnt

 

Wird denn auch gefeiert?

Nein. Das entspricht nicht der Ernsthaftigkeit unseres Anliegens. Wir wollen informieren. Wir bemühen uns, immer namhafte Referenten zu gewinnen. Das ist uns wieder gelungen.

Wird auch die Zahl der Aussteller immer größer?

Es gibt 34 Aussteller – und das geht auch nur, weil wir noch extra drei Zelte aufstellen. Für mehr reicht der Platz nicht. Wir haben viel mehr Anfragen, könnten 60 bis 70 unterbringen. Aber dann müssten wir aus Hattingen auswandern.

Keine Abwanderung aus Hattingen geplant

 

Können Sie sich das vorstellen?

Nein. Denn so ist die Organisation schon ein Kraftakt. Ohne meine Frau, die alles draußen regelt mit den Ämtern und auch vor Ort am Museum würde es gar nicht gehen. Ich habe nur noch eine Lungenfunktion von zehn Prozent, bin auf nicht-invasive Beatmung angewiesen und verlasse das Haus nur ein Mal im Jahr für das Symposium. Ich kümmere mich um Referenten-, Sponsoren-, Aussteller-Gewinnung, Homepage, Programmheft. In Hattingen ist mit unterstützenden Firmen alles eingespielt.

Worauf setzen Sie beim Programm?

Neben der Ausstellung gibt es Vorträge und Workshops. Dabei gibt es Themen, die immer wiederkehren wie Impfprophylaxe und Auswirkungen auf die Psyche, weil ja auch immer neue Menschen kommen, denen Basiswissen vermittelt werden soll. Und selbst bei wiederkehrenden Themen lohnt sich das Zuhören – wie bei den Maßnahmen zur Verkleinerung des Lungenemphysems. Auf dem Gebiet gibt es permanent Neuigkeiten und diverse Methoden. Aber wir haben auch immer neue oder lange nicht behandelte Aspekte dabei wie die inhalative Verabreichung von Medikamenten. Viele Patienten wenden die Methode falsch an, 70 bis 80 Prozent des Wirkstoffes können so verloren gehen. Ärzte glauben, dass mehr als die Hälfte der Patienten Probleme mit der richtigen Anwendung haben. Auch gibt es einen Austausch mit Transplantierten und nicht-invasiv Beatmeten.

Rauchen als Hauptursache für die Erkrankung

 

Was ist die Hauptursache für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung?

90 Prozent der Betroffenen sind Ex- Raucher. 30 Prozent der Raucher bekommen diese Krankheit, die mit Auswurf, Husten, Atemnot beginnt und sich nicht heilen lässt.

Was wünschen Sie sich für den 2. September?

Keinen Regen und Temperaturen unter 28 Grad Celsius. Denn beides ist für Betroffene extrem schlecht.

Freier Eintritt und weltweiter Kontakt übers Internet

 

Der Eintritt zum 10. Symposium Lunge mit dem Untertitel „COPD und Lungenemphysem – Leben mit Atemwegserkrankungen – Symptome, Ursachen, Diagnostik und Therapieoptionen“ ist frei. COPD ist die Abkürzung für Chronic obstructive pulmonary disease, übersetzt Chronisch obstruktive Lungenerkrankung.

Mit seiner Aktivität im Interneterreicht Jens Lingemann nach eigenen Angaben 15.000 Menschen weltweit. „Teils melden sich auch Menschen aus der Türkei, Fidschi, sogar aus Ghana.“

Quelle: WAZ
Autor:  Liliane Zuuring
Bilder: Volker Speckenwirth/ Manfred Sander